Oberflächliche Rötung
Viele feine Gefäße sind sichtbar. Dieses Muster kommt häufig bei trockenen Augen, Allergien, Umweltreizen oder einer Bindehautentzündung vor.
Beginne bei deiner persönlichen Frage und finde verständliche Informationen zu möglichen Einflussfaktoren, sinnvollen Beobachtungspunkten und nächsten Schritten.
Augen
Gerötete Augen entstehen, wenn sich Blutgefäße an der Augenoberfläche erweitern oder ein kleines Gefäß einblutet. Häufig sind trockene Augen, Allergien, Umweltreize oder eine Bindehautentzündung verantwortlich. Ein rotes Auge kann jedoch auch auf eine Verletzung, Hornhautentzündung oder andere behandlungsbedürftige Augenerkrankung hinweisen.
Eine leichte Rötung ohne Schmerzen und ohne Sehverschlechterung ist häufig vorübergehend. Treten starke Schmerzen, deutliche Lichtempfindlichkeit, verschwommenes Sehen, Übelkeit, eine Verletzung oder Beschwerden beim Kontaktlinsentragen auf, sollte das Auge sofort oder noch am selben Tag ärztlich untersucht werden.
Einordnung
Das sichtbare Weiß des Auges wird von der Bindehaut überzogen. In ihr verlaufen feine Blutgefäße. Erweitern sich diese Gefäße, erscheint das Auge rosa, rot oder deutlich blutunterlaufen.
Eine Augenrötung ist keine eigenständige Diagnose. Sie ist ein Symptom, das bei vielen unterschiedlichen Veränderungen auftreten kann. Dazu gehören harmlose Reizungen ebenso wie Erkrankungen, bei denen das Sehvermögen gefährdet sein kann.
Viele feine Gefäße sind sichtbar. Dieses Muster kommt häufig bei trockenen Augen, Allergien, Umweltreizen oder einer Bindehautentzündung vor.
Ein klar begrenzter, kräftig roter Bereich kann durch eine kleine Blutung unter der Bindehaut entstehen. Das Auge sieht auffällig aus, verursacht aber häufig keine Schmerzen.
Eine besonders ausgeprägte Rötung rund um Iris und Hornhaut kann bei tiefer liegenden Entzündungen oder einem akuten Augeninnendruckproblem auftreten.
Liegt die Rötung vor allem am Lidrand oder Augenlid, können Lidrandentzündungen, ein Gerstenkorn, eine Allergie oder eine Infektion beteiligt sein.
Aussehen beobachten
Das Muster der Rötung kann erste Hinweise geben, erlaubt aber keine sichere Selbstdiagnose. Besonders bei Schmerzen oder Sehstörungen ist eine Untersuchung erforderlich.
Eine flächige Rötung tritt unter anderem bei Bindehautreizungen, trockenen Augen und Bindehautentzündungen auf.
Deutlich sichtbare Gefäße können bei Müdigkeit, Trockenheit, Bildschirmarbeit oder länger bestehender Reizung auffallen.
Dies passt zu einer Unterblutung der Bindehaut. Sie kann nach Husten, Niesen, Pressen oder auch ohne erkennbaren Auslöser entstehen.
Eine ringförmig betonte Rötung kann auf eine Beteiligung der Hornhaut oder des Augeninneren hinweisen und sollte besonders bei Schmerzen oder Lichtempfindlichkeit rasch abgeklärt werden.
Eitrig wirkendes Sekret und morgens verklebte Lider können bei einer bakteriellen Bindehautentzündung vorkommen. Ähnliche Beschwerden können jedoch auch andere Ursachen haben.
Wässrige Augen treten häufig bei viralen Infekten, Allergien, trockenen Augen und Umweltreizungen auf.
Entscheidende Hinweise
Für die Einordnung eines roten Auges sind zusätzliche Beschwerden meist wichtiger als die Stärke der Rötung.
Starker Juckreiz an beiden Augen spricht häufig für eine allergische Beteiligung. Oft bestehen zusätzlich eine laufende Nase oder Niesreiz.
Brennen, Kratzen oder ein sandiges Gefühl kommen häufig bei trockenen oder gereizten Augen vor. Ein echter Fremdkörper muss dennoch ausgeschlossen werden.
Tiefe, starke oder zunehmende Schmerzen passen nicht zu einer einfachen Reizung. Sie können unter anderem bei Hornhautproblemen, Entzündungen oder einem akuten Glaukomanfall auftreten.
Eine deutliche Lichtscheu kann auf eine Beteiligung der Hornhaut oder des Augeninneren hinweisen. Das gilt besonders in Verbindung mit Schmerzen oder unscharfem Sehen.
Bleibt das Sehen nach mehrmaligem Blinzeln eingeschränkt oder tritt die Sehverschlechterung plötzlich auf, ist eine dringende Abklärung erforderlich.
Wässriges, schleimiges oder eitriges Sekret kann bei unterschiedlichen Formen einer Bindehautentzündung auftreten.
Ein stark schmerzendes rotes Auge mit Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Farbringen um Lichtquellen ist ein Notfall.
Bläschen oder ein schmerzhafter Ausschlag im Bereich von Stirn, Augenlid oder Nasenspitze können auf eine Gürtelrose mit Augenbeteiligung hinweisen.
Mögliche Auslöser
Gerötete Augen können durch alltägliche Belastungen, Allergien, Infektionen, Verletzungen oder Erkrankungen unterschiedlicher Augenstrukturen entstehen.
Ein instabiler Tränenfilm kann die Augenoberfläche reizen. Typisch sind Brennen, Fremdkörpergefühl, wechselnd unscharfes Sehen und teilweise verstärktes Tränen.
Zum Ratgeber „Trockene Augen“Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder Kosmetik können eine allergische Reaktion auslösen. Meist jucken und tränen beide Augen.
Zum Ratgeber „Juckende Augen“Viren können eine ansteckende Entzündung verursachen. Das Auge ist häufig wässrig, gerötet und gereizt. Teilweise beginnt die Erkrankung an einem Auge und greift später auf das zweite über.
Möglich sind gelbliches oder grünliches Sekret und verklebte Lider. Ob eine antibiotische Behandlung erforderlich ist, sollte medizinisch entschieden werden.
Rauch, Staub, Wind, Chlorwasser, Abgase, Sprays und andere Reizstoffe können die Bindehaut vorübergehend röten.
Beim konzentrierten Blick auf digitale Geräte wird häufig seltener und unvollständig geblinzelt. Die Augenoberfläche trocknet dadurch schneller aus.
Lange Tragezeiten, Ablagerungen, schlechte Passform oder unzureichende Hygiene können Reizungen hervorrufen. Schmerzen oder Sehverschlechterung können auf eine Hornhautentzündung hinweisen.
Staub, Sand, Wimpern oder kleine Partikel können die Bindehaut und Hornhaut reizen. Typisch sind einseitiges Fremdkörpergefühl, Tränen und Schmerzen beim Blinzeln.
Ein Kratzer an der Hornhaut kann starke Schmerzen, Tränenfluss, Lichtempfindlichkeit und Rötung verursachen. Auch kleine Verletzungen können sehr unangenehm sein.
Eine Keratitis kann durch Infektionen, Verletzungen oder Kontaktlinsen begünstigt werden. Sie kann das Sehvermögen gefährden und muss rasch behandelt werden.
Entzündete Lidränder können Rötung, Brennen, Krusten, trockene Augen und ein Fremdkörpergefühl verursachen.
Eine entzündete Drüse am Augenlid führt meist zu einer örtlich begrenzten, druckempfindlichen Schwellung und Rötung.
Platzt ein kleines Gefäß, entsteht ein scharf begrenzter roter Fleck. Schmerzen und Sehverschlechterung fehlen normalerweise.
Eine Entzündung im Augeninneren kann Rötung, tiefe Schmerzen, Lichtempfindlichkeit und eine Sehverschlechterung verursachen.
Eine Entzündung der Lederhaut verursacht häufig starke, tief sitzende oder bohrende Schmerzen. Die Rötung kann dunkelrot oder violett erscheinen.
Ein plötzlicher Anstieg des Augeninnendrucks kann ein stark schmerzendes rotes Auge, verschwommenes Sehen, Farbringe, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen verursachen.
Säuren, Laugen und andere Chemikalien können die Augenoberfläche schwer schädigen. Das Auge muss sofort und ausdauernd gespült werden.
Eine Reaktivierung von Varizella-Zoster-Viren kann Schmerzen, Bläschen im Gesicht und eine Entzündung unterschiedlicher Augenstrukturen verursachen.
Seitenvergleich
Ein Fremdkörper, eine Verletzung, ein Gerstenkorn, eine Hornhautentzündung oder eine andere örtliche Erkrankung kann zunächst nur ein Auge betreffen.
Trockene Luft, Allergien, Bildschirmarbeit und Umweltreize betreffen häufig beide Augen. Auch ansteckende Infektionen können sich vom ersten auf das zweite Auge ausbreiten.
Die Seitenverteilung allein beweist keine bestimmte Ursache. Entscheidend bleiben Schmerzen, Sehvermögen, Sekret, Lichtempfindlichkeit und mögliche Auslöser.
Besondere Vorsicht
Kontaktlinsen können die Augenoberfläche reizen. Sie erhöhen bei unzureichender Hygiene, zu langer Tragezeit oder Schlafen mit ungeeigneten Linsen außerdem das Risiko einer Hornhautentzündung.
Verwenden Sie bis zur vollständigen Klärung eine Brille. Die Linsen sollten nicht erneut eingesetzt werden, um zu testen, ob es wieder funktioniert.
Hygiene
Eine Augenrötung selbst ist nicht ansteckend. Ansteckend kann jedoch die zugrunde liegende virale oder bakterielle Infektion sein. Allergische, trockene oder durch Reizstoffe verursachte rote Augen sind dagegen nicht übertragbar.
Ob und wie lange eine Person ansteckend ist, hängt vom Erreger und vom Verlauf ab. Bei starken oder anhaltenden Beschwerden ist eine medizinische Einordnung sinnvoll.
Beschwerden einordnen
Die folgenden Fragen helfen, wichtige Informationen für eine ärztliche oder pharmazeutische Beratung festzuhalten. Sie ersetzen keine Diagnose.
Alltagstipps
Selbsthilfemaßnahmen kommen nur infrage, wenn keine Schmerzen, Sehverschlechterung, Verletzung oder anderen Warnzeichen bestehen.
Unterbrechen Sie längere Bildschirm- und Naharbeit. Schließen Sie die Augen zwischendurch und blinzeln Sie bewusst vollständig.
Nehmen Sie Kontaktlinsen heraus und verwenden Sie vorübergehend eine Brille. Bei Schmerzen oder Sehproblemen ist ärztlicher Rat notwendig.
Ein sauberes, angenehm kühles Tuch kann bei Juckreiz oder leichter Schwellung wohltuend sein. Üben Sie keinen Druck auf das Auge aus.
Rauch, Staub, Wind, Sprays und direkte Klimaanlagenluft können die Rötung verstärken.
Reiben kann die Augenoberfläche zusätzlich reizen, allergische Beschwerden verstärken und Infektionen übertragen.
Bei trockener oder leicht gereizter Augenoberfläche können geeignete Tränenersatzmittel kurzfristig helfen.
Behandlung
Die richtige Behandlung richtet sich nach der Ursache. Ein allgemeines Mittel gegen jede Augenrötung gibt es nicht.
Benetzende Tropfen können bei trockener oder durch Umweltfaktoren gereizter Augenoberfläche helfen. Bei häufiger Anwendung werden oft konservierungsmittelfreie Präparate bevorzugt.
Bei nachgewiesener oder typischer Augenallergie können geeignete antiallergische Augentropfen sinnvoll sein. Eine Beratung hilft bei der Auswahl.
Antibiotika wirken nur gegen bestimmte bakterielle Infektionen. Sie helfen nicht gegen Viren, Allergien oder trockene Augen und sollten gezielt eingesetzt werden.
Kortison kann bei ausgewählten Entzündungen eingesetzt werden, darf aber nicht ohne augenärztliche Kontrolle angewendet werden. Es kann Infektionen verschlimmern und den Augeninnendruck erhöhen.
Gefäßverengende Tropfen lassen das Auge kurzfristig weißer erscheinen, behandeln aber nicht die Ursache. Bei häufiger Anwendung können die Beschwerden zurückkehren oder sich verstärken.
Untersuchung
Die Untersuchung richtet sich nach Verlauf, Beschwerden und möglichen Auslösern. Häufig lässt sich die Ursache bereits durch die Kombination aus Befragung und Augenuntersuchung eingrenzen.
Das Sehvermögen wird für beide Augen getrennt geprüft. Eine verminderte Sehschärfe kann auf eine ernstere Beteiligung hinweisen.
Mit einem beleuchteten Mikroskop lassen sich Lider, Bindehaut, Hornhaut und vordere Augenabschnitte vergrößert beurteilen.
Ein Farbstoff macht Verletzungen, trockene Stellen und bestimmte Veränderungen der Hornhaut sichtbar.
Bei entsprechenden Beschwerden kann der Augeninnendruck gemessen werden, um unter anderem ein akutes Glaukom auszuschließen.
Bei Verdacht auf einen Fremdkörper kann die Innenseite des Oberlids untersucht werden.
Je nach Befund können Abstriche, eine Untersuchung des Augenhintergrunds oder weitere fachärztliche Tests notwendig sein.
Sicherheit
Eine leichte Rötung ohne Schmerzen und ohne Sehstörung kann kurz beobachtet werden. Lassen Sie sie untersuchen, wenn sie nach wenigen Tagen nicht abklingt, wiederkehrt oder sich verstärkt.
Eine rasche Untersuchung ist erforderlich bei Schmerzen, deutlicher Lichtempfindlichkeit, anhaltender Sehverschlechterung, einem Fremdkörperverdacht oder einem roten Auge während des Kontaktlinsentragens.
Plötzlicher Sehverlust, sehr starke Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Farbringe, Verätzung, schwere Verletzung oder eine offene Wunde am Auge sind Notfälle.
Weiterführende Informationen
Überblick über häufige Beschwerden, mögliche Ursachen und wichtige Warnzeichen.
Zum Ratgeber „Augen“Eine gestörte Augenoberfläche kann Brennen, Rötung, Tränen und Fremdkörpergefühl verursachen.
Zum Ratgeber „Trockene Augen“Juckreiz an beiden Augen tritt besonders häufig bei allergischen Beschwerden auf.
Zum Ratgeber „Juckende Augen“Brennen kann durch Trockenheit, Reizstoffe, Kontaktlinsen oder Entzündungen entstehen.
Zum Ratgeber „Brennende Augen“Tränenfluss kann durch Allergien, Reizung, Trockenheit oder Störungen des Tränenabflusses entstehen.
Zum Ratgeber „Tränende Augen“Ein sandiges Gefühl kann auf Trockenheit, einen tatsächlichen Fremdkörper oder eine Verletzung hinweisen.
Zum Ratgeber „Fremdkörpergefühl im Auge“FAQ
Bei leichter Reizung können eine Pause von Kontaktlinsen und Bildschirmarbeit, das Meiden von Rauch und Zugluft sowie geeignete Tränenersatzmittel helfen. Schmerzen oder Sehstörungen erfordern eine Untersuchung.
Einseitige Rötungen können unter anderem durch einen Fremdkörper, eine Verletzung, ein Gerstenkorn oder eine örtliche Entzündung entstehen. Bei Schmerzen oder Sehverschlechterung sollte das Auge rasch untersucht werden.
Beidseitige Rötungen treten häufig bei trockenen Augen, Allergien, Umweltreizen und Bildschirmarbeit auf. Auch ansteckende Infektionen können beide Augen betreffen.
Nein. Auch trockene Augen, Allergien, Fremdkörper, Hornhautverletzungen und verschiedene andere Augenerkrankungen können eine Rötung verursachen.
Warnzeichen sind starke Schmerzen, Lichtempfindlichkeit, Sehverschlechterung, Übelkeit, Farbringe, eine Verletzung, eine Verätzung oder Beschwerden beim Kontaktlinsentragen.
Schlafmangel kann trockene und gereizte Augen begünstigen. Eine anhaltende oder schmerzhafte Rötung sollte jedoch nicht allein auf Müdigkeit zurückgeführt werden.
Ja. Ein instabiler Tränenfilm reizt die Augenoberfläche und kann zu Rötung, Brennen, Fremdkörpergefühl und verstärktem Tränen führen.
Die Rötung selbst ist nicht ansteckend. Eine zugrunde liegende virale oder bakterielle Bindehautentzündung kann jedoch übertragbar sein.
Das hängt von der Ursache ab. Tränenersatzmittel können bei Trockenheit helfen, antiallergische Tropfen bei einer Allergie. Antibiotische oder kortisonhaltige Tropfen sollten nur gezielt nach medizinischer Beurteilung verwendet werden.
Gefäßverengende Tropfen reduzieren nur vorübergehend die sichtbare Rötung. Sie behandeln nicht die Ursache und können bei häufiger Anwendung erneute oder verstärkte Rötungen begünstigen.
Kontaktlinsen sollten bei gereizten oder geröteten Augen herausgenommen werden. Bei Schmerzen, Lichtempfindlichkeit oder Sehverschlechterung ist eine dringende Untersuchung erforderlich.
Eine leichte Rötung ohne Schmerzen oder Sehstörung kann kurz beobachtet werden. Hält sie mehrere Tage an, nimmt sie zu oder treten weitere Beschwerden auf, sollte sie medizinisch beurteilt werden.
Ein scharf begrenzter roter Fleck kann durch eine kleine Unterblutung der Bindehaut entstehen. Bestehen Schmerzen, Sehprobleme, wiederholte Blutungen oder eine Verletzung, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Medizinische Grundlagen
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine individuelle Diagnose, Untersuchung oder Behandlung durch medizinisches Fachpersonal.