Bilder nebeneinander
Horizontal versetzte Doppelbilder können bei Störungen der seitlichen Augenbewegungen oder des Zusammenspiels beider Augen auftreten.
Beginne bei deiner persönlichen Frage und finde verständliche Informationen zu möglichen Einflussfaktoren, sinnvollen Beobachtungspunkten und nächsten Schritten.
Augen
Wer Doppelbilder sieht, nimmt einen einzelnen Gegenstand zweimal wahr. Die Bilder können nebeneinander, übereinander oder schräg versetzt erscheinen. Manche Doppelbilder bestehen nur auf einem Auge, andere entstehen erst beim Sehen mit beiden Augen. Die Ursachen reichen von trockenen Augen und einer Fehlsichtigkeit bis zu Störungen der Augenmuskeln, Hirnnerven oder des Nervensystems.
Decken Sie nacheinander jeweils ein Auge ab. Bleibt das Doppelbild mit nur einem geöffneten Auge bestehen, handelt es sich wahrscheinlich um monokulares Doppeltsehen. Es kann unter anderem durch trockene Augen, Hornhautveränderungen, Astigmatismus oder eine Linsentrübung entstehen. Verschwindet das Doppelbild beim Abdecken jedes einzelnen Auges, liegt wahrscheinlich binokulares Doppeltsehen durch eine Fehlstellung der Augen vor. Plötzlich neu auftretende Doppelbilder müssen rasch medizinisch untersucht werden.
Einordnung
Doppelbilder werden medizinisch als Diplopie bezeichnet. Betroffene sehen zwei Bilder, obwohl nur ein Gegenstand vorhanden ist. Eines der Bilder kann klarer, dunkler, kontrastreicher oder leicht versetzt erscheinen.
Entscheidend ist, ob die Doppelbilder mit nur einem geöffneten Auge bestehen bleiben oder ausschließlich beim Sehen mit beiden Augen auftreten. Diese Unterscheidung liefert einen wichtigen Hinweis auf die mögliche Ursache.
Horizontal versetzte Doppelbilder können bei Störungen der seitlichen Augenbewegungen oder des Zusammenspiels beider Augen auftreten.
Vertikal versetzte Bilder können durch eine Fehlstellung einzelner Augenmuskeln oder eine Störung der versorgenden Nerven entstehen.
Diagonale oder gegeneinander verkippte Bilder können auf komplexere Störungen der Augenstellung hinweisen.
Ein blasser Schatten neben einem klaren Hauptbild entsteht häufig durch Veränderungen an Tränenfilm, Hornhaut, Brechkraft oder Augenlinse.
Wichtige Unterscheidung
Ein einfacher Abdecktest kann helfen, monokulare von binokularen Doppelbildern zu unterscheiden. Der Test ersetzt keine ärztliche Untersuchung.
Decken Sie das rechte Auge vollständig ab und betrachten Sie mit dem linken Auge einen festen Gegenstand.
Wiederholen Sie den Test anschließend mit geöffnetem rechten und abgedecktem linken Auge.
Bleibt es bestehen, während nur ein bestimmtes Auge geöffnet ist, spricht dies für monokulares Doppeltsehen.
Verschwindet es unabhängig davon, welches Auge abgedeckt wird, spricht dies für binokulares Doppeltsehen.
Einzelnes Auge
Monokulare Doppelbilder bleiben bestehen, wenn nur das betroffene Auge geöffnet ist. Sie entstehen meist dadurch, dass Licht auf dem Weg durch Tränenfilm, Hornhaut, Pupille oder Augenlinse unregelmäßig gebrochen wird.
Ein ungleichmäßiger Tränenfilm kann Licht streuen und Schattenbilder verursachen. Häufig verändert sich das Bild nach dem Blinzeln.
Zum Ratgeber „Trockene Augen“Eine ungleichmäßige Krümmung der Hornhaut oder Linse kann Bilder verzerren, verlängern oder mehrfach erscheinen lassen.
Narben, Verletzungen, Entzündungen oder ein Keratokonus können die Lichtbrechung unregelmäßig verändern.
Eine Trübung der Augenlinse kann Doppelkonturen, Blendempfindlichkeit und Lichthöfe hervorrufen.
Veränderungen der natürlichen Linse oder einer eingesetzten Kunstlinse können mehrere Teilbilder erzeugen.
Nach Verletzungen, Operationen oder durch Medikamente kann der Lichteinfall verändert sein.
Trockene, verschmutzte, verrutschte oder beschädigte Kontaktlinsen können Schattenbilder und verzerrtes Sehen verursachen.
Sehr selten können besondere Störungen der Bildverarbeitung mehrere Bilder erzeugen. Dabei sind häufig beide Augen betroffen.
Zusammenspiel beider Augen
Binokulare Doppelbilder entstehen, wenn beide Augen einen Gegenstand nicht exakt aufeinander abgestimmt betrachten. Das Gehirn kann die beiden leicht unterschiedlichen Bilder dann nicht mehr zu einem einzigen Seheindruck verschmelzen.
Sobald eines der beiden Augen abgedeckt wird, verschwindet das Doppelbild. Mögliche Ursachen betreffen Augenmuskeln, Hirnnerven, Augenhöhle, neuromuskuläre Signalübertragung oder bestimmte Bereiche des Gehirns.
Eine Fehlstellung der Augen kann durch eine Störung der Augenmuskeln oder ihrer Nervenversorgung entstehen.
Die Hirnnerven III, IV und VI steuern verschiedene Augenmuskeln. Eine Funktionsstörung kann typische Fehlstellungen und Blickrichtungsabhängigkeiten verursachen.
Eine zuvor ausgeglichene Fehlstellung kann bei Müdigkeit, Krankheit oder zunehmendem Alter plötzlich Beschwerden verursachen.
Entzündungen, Schilddrüsenerkrankungen oder Verletzungen können die Beweglichkeit einzelner Augenmuskeln einschränken.
Eine Störung der Signalübertragung zwischen Nerv und Muskel kann wechselnde Doppelbilder und ein hängendes Augenlid verursachen.
Erkrankungen von Hirnstamm, Kleinhirn oder weiteren Bereichen des Nervensystems können die koordinierte Augenbewegung beeinträchtigen.
Mögliche Auslöser
Die möglichen Ursachen hängen besonders davon ab, ob die Doppelbilder monokular oder binokular auftreten, plötzlich begonnen haben und von weiteren Beschwerden begleitet werden.
Ein instabiler Tränenfilm kann Schattenbilder erzeugen, die sich nach dem Blinzeln verändern.
Ein nicht ausreichend korrigierter Astigmatismus oder eine ungeeignete Brille kann verzerrte Konturen und Geisterbilder verursachen.
Keratokonus, Narben, Verletzungen und Entzündungen können Licht unregelmäßig brechen.
Die Trübung der Augenlinse kann monokulare Doppelbilder, Lichthöfe und zunehmende Blendempfindlichkeit verursachen.
Ein manifestes oder nicht mehr ausreichend kompensiertes Schielen kann zu binokularem Doppeltsehen führen.
Eine Störung kann Doppelbilder, ein hängendes Augenlid und eine auffällige Pupille verursachen. Eine plötzlich vergrößerte Pupille ist ein Notfallzeichen.
Eine Störung kann vertikale oder schräg versetzte Doppelbilder verursachen, die beim Blick nach unten auffallen.
Ist der sechste Hirnnerv betroffen, kann das Auge nur eingeschränkt nach außen bewegt werden. Doppelbilder fallen häufig beim Blick in die Ferne auf.
Durchblutungsstörungen kleiner Gefäße können einzelne Hirnnerven beeinträchtigen und plötzlich Doppelbilder auslösen.
Gefäßbedingte Nervenschäden können besonders bei älteren Menschen zu einer akuten Augenfehlstellung führen.
Plötzliches Doppeltsehen kann zusammen mit Schwindel, Gangunsicherheit, Sprachstörungen oder Lähmungen auftreten.
Entzündliche Veränderungen im Nervensystem können die koordinierte Augenbewegung beeinträchtigen.
Typisch sind wechselnde Beschwerden, die bei Belastung oder im Tagesverlauf zunehmen können.
Eine mit Schilddrüsenerkrankungen verbundene Entzündung kann Augenmuskeln verdicken und ihre Beweglichkeit einschränken.
Fieber, Schmerzen, Lidschwellung, Bewegungseinschränkung und ein hervortretendes Auge sind dringende Warnzeichen.
Tumoren, Gefäßveränderungen oder andere Raumforderungen können das Auge verlagern und Doppelbilder verursachen.
Knochenbrüche, Muskelverletzungen, Blutungen und Nervenschäden können die Augenbeweglichkeit verändern.
Nach Katarakt-, Netzhaut-, Schiel- oder Augenhöhlenoperationen können vorübergehend oder dauerhaft Doppelbilder entstehen.
Migräne kann verschiedene Sehstörungen verursachen. Echte neu auftretende Doppelbilder dürfen jedoch nicht ohne Untersuchung als Migräne eingeordnet werden.
Manche Medikamente, Alkohol oder andere Substanzen können Augenbewegungen und Reaktionsfähigkeit beeinflussen.
Bewegungsabhängig
Werden die Doppelbilder beim Blick in eine bestimmte Richtung stärker, kann dies Hinweise auf den betroffenen Augenmuskel oder den zugehörigen Hirnnerv geben.
Horizontale Doppelbilder können durch eine eingeschränkte seitliche Bewegung eines Auges entstehen.
Vertikale Doppelbilder beim Lesen oder Treppensteigen können unter anderem bei einer Störung des vierten Hirnnervs auftreten.
Eine eingeschränkte Beweglichkeit nach oben kann nach Verletzungen der Augenhöhle oder bei bestimmten Augenmuskelerkrankungen auftreten.
Doppelbilder in der Ferne können durch eine Störung der Auswärtsbewegung eines Auges oder des beidäugigen Zusammenspiels entstehen.
Beschwerden beim Lesen können mit einer Konvergenzstörung oder nicht ausreichend kompensiertem Schielen zusammenhängen.
Manche Betroffene gleichen eine Augenfehlstellung unbewusst durch Drehen oder Neigen des Kopfes aus.
Verlauf
Doppelbilder können dauerhaft bestehen oder nur zeitweise auftreten. Tageszeit, Müdigkeit, Naharbeit und Blickrichtung liefern wichtige Hinweise.
Ein latentes Schielen kann bei nachlassender Konzentration schlechter ausgeglichen werden.
Wechselnde Doppelbilder und ein zunehmend hängendes Lid können bei einer Störung der neuromuskulären Signalübertragung auftreten.
Probleme der Konvergenz oder eine nicht passende Sehhilfe können beim Lesen und bei Bildschirmarbeit auffallen.
Dies spricht eher für eine Ursache an Tränenfilm, Hornhaut oder Kontaktlinse.
Kreislaufveränderungen oder vorübergehende Sehstörungen sind möglich. Wiederkehrendes echtes Doppeltsehen sollte dennoch untersucht werden.
Kurzzeitige neurologische oder gefäßbedingte Störungen müssen ausgeschlossen werden, insbesondere bei zusätzlichen Ausfällen.
Eingriff oder Unfall
Nach Augenoperationen können sich Brechkraft, Bildgröße und Augenstellung verändern. Nach Kopf- oder Augenhöhlenverletzungen können Muskeln, Nerven und Knochen betroffen sein.
Ursachen können trockene Augen, eine neue Brechkraft, eine nicht optimale Position der Kunstlinse oder ein zuvor kompensiertes Schielen sein.
Veränderungen der Augenmuskeln oder der Bildwahrnehmung können vorübergehend Doppelbilder hervorrufen.
In der Anpassungsphase können vorübergehend Doppelbilder auftreten. Neue oder zunehmende Beschwerden sollten gemeldet werden.
Ein Augenmuskel kann im Bruchspalt eingeklemmt oder durch Schwellung in seiner Beweglichkeit eingeschränkt sein.
Hirnnerven, Augenmuskeln oder Bereiche des Gehirns können betroffen sein. Plötzliches Doppeltsehen nach einer Kopfverletzung ist dringend.
Schmerzen, Doppelbilder, Übelkeit oder eine eingeschränkte Augenbewegung können auf eine Verletzung der Augenhöhle hinweisen.
Symptome vergleichen
Eine Störung von Hirnstamm, Kleinhirn oder Gleichgewichtssystem ist möglich. Plötzlicher Beginn mit Gangunsicherheit ist dringend.
Migräne ist möglich. Plötzlich stärkste oder ungewohnte Kopfschmerzen können jedoch auf eine akute neurologische Ursache hinweisen.
Entzündungen, Verletzungen, eine Erkrankung der Augenhöhle oder ein erhöhter Augeninnendruck müssen ausgeschlossen werden.
Zum Ratgeber „Augenschmerzen“Eine Hirnnervenstörung oder Myasthenia gravis ist möglich. Bei auffälliger Pupille besteht besondere Dringlichkeit.
Eine plötzlich einseitig erweiterte Pupille mit Doppelbildern und hängendem Lid kann auf eine gefährliche Nervenkompression hinweisen.
Zusammen mit verwaschener Sprache, Gesichtslähmung, Taubheit oder Kraftverlust besteht Schlaganfallverdacht.
Koordinationsprobleme, starkes Schwanken oder Unfähigkeit zu gehen erfordern sofortige neurologische Beurteilung.
Eine neurologische oder neuromuskuläre Erkrankung ist möglich. Atem- oder Schluckprobleme sind ein Notfall.
Schilddrüsenerkrankungen, Entzündungen, Blutungen oder Raumforderungen in der Augenhöhle kommen infrage.
Bei Fieber, Schmerzen und eingeschränkter Augenbeweglichkeit muss eine Infektion der Augenhöhle ausgeschlossen werden.
Zum Ratgeber „Geschwollene Augenlider“Eine Erkrankung von Hornhaut, Augeninnerem oder Nervensystem kann beteiligt sein.
Zum Ratgeber „Lichtempfindliche Augen“Beide Beschwerden können gleichzeitig auftreten. Wichtig ist, ob zwei getrennte Bilder oder lediglich unscharfe Konturen wahrgenommen werden.
Zum Ratgeber „Verschwommenes Sehen“Besondere Altersgruppe
Kleine Kinder können Doppelbilder häufig nicht zuverlässig beschreiben. Sie unterdrücken teilweise das Bild eines Auges oder versuchen, die Fehlstellung durch eine besondere Kopfhaltung auszugleichen.
Das Kind hält beim Lesen, Fernsehen oder Blick in die Ferne wiederholt ein Auge zu.
Der Kopf wird dauerhaft gedreht, geneigt oder das Kinn auffällig angehoben oder abgesenkt.
Eine plötzliche Fehlstellung der Augen sollte rasch kinder- oder augenärztlich untersucht werden.
Das Kind stößt häufiger an Gegenstände, greift daneben oder wirkt beim Treppensteigen unsicher.
Wiederkehrende Beschwerden zusammen mit einer auffälligen Augenstellung sollten abgeklärt werden.
Neu auftretende Augenfehlstellungen nach einem Unfall oder bei Fieber benötigen eine schnelle Untersuchung.
Bis zur Untersuchung
Doppelbilder sollten nicht dauerhaft in Eigenregie behandelt werden. Die folgenden Maßnahmen dienen nur dazu, die Zeit bis zur medizinischen Untersuchung sicherer zu überbrücken.
Doppelbilder beeinträchtigen Entfernungsschätzung, Orientierung und Reaktionsfähigkeit. Auch Fahrrad und Maschinen sollten vermieden werden.
Bei binokularen Doppelbildern kann das Abdecken eines Auges die Wahrnehmung eines zweiten Bildes vorübergehend verhindern.
Wird eine Abdeckung kurzfristig genutzt, kann die Seite gelegentlich gewechselt werden. Bei Kindern ist eine ärztliche Anleitung besonders wichtig.
Bei monokularen Schattenbildern sollten Kontaktlinsen entfernt und bis zur Klärung nicht erneut eingesetzt werden.
Notieren Sie Beginn, Dauer, Blickrichtung, Begleitsymptome und ob das Doppelbild beim Abdecken eines Auges verschwindet.
Für die Untersuchung sind alle Medikamente, Vorerkrankungen und kürzlich erfolgten Eingriffe relevant.
Untersuchung
Die Diagnostik beginnt mit der Unterscheidung zwischen monokularen und binokularen Doppelbildern. Anschließend werden Sehschärfe, Augenstellung, Beweglichkeit, Pupillen und neurologische Funktionen untersucht.
Erfragt werden Beginn, Dauer, Blickrichtung, Tagesverlauf, Verletzungen, Operationen, Vorerkrankungen und Medikamente.
Durch abwechselndes Abdecken wird festgestellt, ob die Doppelbilder monokular oder binokular sind.
Jedes Auge wird einzeln geprüft. Zusätzlich kann untersucht werden, ob eine optische Korrektur die Beschwerden verbessert.
Abweichungen werden in der Nähe, in der Ferne und in verschiedenen Blickrichtungen gemessen.
Geprüft wird, ob beide Augen allen Blickrichtungen vollständig und gleichmäßig folgen können.
Pupillengröße, Seitengleichheit und Lichtreaktion geben Hinweise auf die Funktion bestimmter Hirnnerven.
Tränenfilm, Hornhaut, Pupille, Linse und weitere Augenabschnitte werden vergrößert beurteilt.
Mit Prismen kann die Größe und Richtung einer Augenfehlstellung bestimmt werden.
Je nach Verdacht werden Farbwahrnehmung, Gesichtsfeld und Sehnervenfunktion untersucht.
Kraft, Gefühl, Sprache, Koordination, Gangbild und weitere Hirnnervenfunktionen werden kontrolliert.
Je nach Verdacht können Blutzucker, Entzündungswerte, Schilddrüsenwerte oder spezielle Antikörper bestimmt werden.
Bei akutem Beginn oder neurologischen Auffälligkeiten können CT, CT-Angiografie oder MRT von Kopf und Augenhöhlen erforderlich sein.
Therapie
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Manche Beschwerden lassen sich optisch korrigieren, andere benötigen eine medizinische oder operative Behandlung.
Eine Stabilisierung des Tränenfilms kann monokulare Schattenbilder reduzieren.
Fehlsichtigkeit und Astigmatismus können durch eine passende optische Korrektur verbessert werden.
Prismen verschieben das Bild und können ausgewählte Formen binokularer Doppelbilder ausgleichen.
Eine Mattfolie oder Augenabdeckung kann störende Doppelbilder zeitweise unterdrücken.
Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen, Entzündungen, Infektionen oder neurologische Erkrankungen werden gezielt behandelt.
Bei bestimmten Störungen des beidäugigen Nahsehens können fachlich angeleitete Übungen sinnvoll sein.
In ausgewählten Fällen kann die vorübergehende Abschwächung eines Augenmuskels erwogen werden.
Bei stabiler Fehlstellung kann eine Operation an den Augenmuskeln die Ausrichtung verbessern.
Hornhauterkrankungen, Katarakt oder eine verschobene Kunstlinse können eine spezifische augenärztliche Therapie erfordern.
Sicherheit
Auch wiederkehrende, vorübergehende oder nur in bestimmten Blickrichtungen auftretende Doppelbilder sollten medizinisch abgeklärt werden.
Neu aufgetretene Doppelbilder, Augenschmerzen, Bewegungseinschränkungen oder ein hängendes Lid benötigen eine rasche Untersuchung.
Plötzliches Doppeltsehen mit neurologischen Ausfällen, starker Kopfverletzung oder einer auffälligen Pupille kann auf einen akuten Notfall hinweisen.
Bei Verdacht auf einen Schlaganfall oder eine andere akute neurologische Erkrankung muss sofort der Rettungsdienst verständigt werden. Der Zeitpunkt des Symptombeginns sollte möglichst genau notiert werden.
Menschen mit Doppelbildern sollten nicht selbst Auto fahren, Fahrrad fahren oder gefährliche Maschinen bedienen.
Weiterführende Informationen
Überblick über häufige Symptome und wichtige Warnzeichen.
Zum Ratgeber „Augen“Unscharfes Sehen muss von echten Doppelbildern unterschieden werden.
Zum Ratgeber „Verschwommenes Sehen“Ein instabiler Tränenfilm kann monokulare Schattenbilder hervorrufen.
Zum Ratgeber „Trockene Augen“Doppelbilder zusammen mit Schmerzen benötigen eine rasche medizinische Beurteilung.
Zum Ratgeber „Augenschmerzen“Lichtscheu kann zusammen mit Seh- und Augenbewegungsstörungen auftreten.
Zum Ratgeber „Lichtempfindliche Augen“Rötung, Schmerz, Schwellung und Doppelbilder können auf eine Erkrankung der Augenhöhle hinweisen.
Zum Ratgeber „Gerötete Augen“Lidschwellung mit Bewegungsschmerzen oder Doppelbildern ist ein wichtiges Warnzeichen.
Zum Ratgeber „Geschwollene Augenlider“FAQ
Doppelbilder bedeuten, dass ein einzelner Gegenstand zweimal wahrgenommen wird. Die Bilder können horizontal, vertikal oder schräg versetzt sein.
Decken Sie nacheinander jeweils ein Auge ab. Bleibt das Doppelbild mit einem bestimmten Auge bestehen, spricht dies für monokulares Doppeltsehen. Verschwindet es beim Abdecken jedes einzelnen Auges, ist es wahrscheinlich binokular.
Monokulare Doppelbilder bleiben mit nur einem geöffneten Auge bestehen. Häufige Ursachen betreffen Tränenfilm, Hornhaut, Brechkraft oder Augenlinse.
Binokulare Doppelbilder treten nur beim Sehen mit beiden Augen auf und verschwinden, sobald eines der Augen abgedeckt wird. Ursache ist eine Fehlstellung der Augen.
Ja. Ein instabiler Tränenfilm kann Schatten- oder Geisterbilder erzeugen, die sich häufig nach dem Blinzeln verändern.
Ja. Trockene, verschmutzte, beschädigte oder verrutschte Kontaktlinsen können monokulare Schattenbilder und verzerrtes Sehen verursachen.
Plötzliche Doppelbilder können durch eine akute Augenmuskel- oder Hirnnervenstörung, Gefäßerkrankung, Entzündung, Verletzung oder neurologische Erkrankung entstehen.
Die Kombination kann auf eine Störung des Nervensystems oder Gleichgewichtssystems hinweisen. Bei plötzlichem Beginn ist eine sofortige Untersuchung notwendig.
Migräne ist möglich. Plötzlich starke oder ungewohnte Kopfschmerzen mit Doppelbildern können jedoch ein neurologisches Warnzeichen sein.
Eine Störung eines Hirnnervs oder der neuromuskulären Signalübertragung ist möglich. Bei einer auffälligen Pupille besteht besondere Dringlichkeit.
Doppelbilder in der Ferne können durch eine Störung der Auswärtsbewegung eines Auges oder des beidäugigen Zusammenspiels entstehen.
Beschwerden in der Nähe können unter anderem durch eine Konvergenzstörung, Fehlsichtigkeit oder ein nicht mehr ausreichend kompensiertes Schielen entstehen.
Müdigkeit kann ein latentes Schielen sichtbar machen oder neuromuskuläre Beschwerden verstärken. Wiederkehrende Doppelbilder sollten dennoch untersucht werden.
Vorübergehende Doppelbilder können nach bestimmten Eingriffen auftreten. Neue, starke oder zunehmende Beschwerden sollten der behandelnden Praxis mitgeteilt werden.
Bei binokularen Doppelbildern kann das vorübergehende Abdecken eines Auges das zweite Bild unterdrücken. Betroffene dürfen nicht selbst fahren und sollten die Ursache medizinisch abklären lassen.
Ein Notfallverdacht besteht bei plötzlichem Beginn, neurologischen Ausfällen, starker Kopf- oder Augenverletzung, auffälliger Pupille, starken Schmerzen oder einem hervortretenden Auge.
Doppelbilder sollten grundsätzlich medizinisch untersucht werden, auch wenn sie nur zeitweise auftreten oder bereits wieder verschwunden sind.
Medizinische Grundlagen
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine individuelle Diagnose, Untersuchung oder Behandlung durch medizinisches Fachpersonal.